Semester abroad #3: Nicole in Schottland / England - RoslinCastle
Living Abroad Travelling

Semester abroad #3: Nicole in Schottland / England

am
20. Januar 2016

Wie angekündigt gibt es heue den ersten Gastblog aus der neuen Reihe Semester abroad: Nicole war 2008 mit 20 in Schottland unterwegs, und hat bei ihrem Work & Travel nicht immer gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem hat es sie fünf Jahre später noch einmal ins Ausland verschlagen – dieses Mal nach Preston.

Auf ihrem Blog Way4View schreibt Nicole nicht nur über Reisen, sondern auch über vieles mehr: Filme, Serien und Kurzgeschichten…und sie gibt Tipps zu Conventions und zum Bauen von eigenen Kostümen – also ganz anders, als ich hier, aber als sie sich auf meinen Post gemeldet hat, dass sie auch gerne einen Gastblog schreiben möchte, habe ich sofort zugestimmt. Denn nicht jeder traut sich, von einem gefloppten Auslandsjahr zu berichten.


Mein Work & Travel war ein Flop! So, jetzt ist es raus. Es war ein Flop und dennoch hat es mich ein zweites Mal ins Ausland verschlagen. Nicht lernfähig? Doch, schon, denn der zweite Anlauf war ein voller Erfolg. Es lohnt sich eben, nicht aufzugeben!

Auch in der EU helfen Agenturen

Im Jahr 2008 verschlug es mich zum ersten Mal allein ins Ausland. Ein Work & Travel sollte es sein. Natürlich hatte ich mich im Vorfeld ausführlich informiert und so hatte ich mich für die Buchung über eine Agentur entschieden. Obwohl Schottland in der EU liegt, bietet das Buchen über eine Agentur zahlreiche Vorteile: vom Ansprechpartner, über anfängliche Tipps zum Bewerben bis hin zur Hilfe beim Eröffnen eines Bankkontos… (Ich sag nur Stromrechnung XD ).

Die von mir ausgewählte Agentur versicherte zudem, dass sie zahlreiche Kontakte zu Unternehmen besäße, die regelmäßig mit ihr in Sachen Work & Travel zusammenarbeiteten und damit Teilnehmer effektiv auch an Arbeitsplätze vermittelt würden.

Und dann das…

Zunächst schien alles super und wie zugesichert. Doch jobmäßig tat sich rein gar nichts. Ich hielt mich an alle Tipps, alle Infos, es geschah einfach nichts. Irgendwann sprach ich die Agentur auf meine aktuelle und auch finanzielle Situation an und nach langem Hin und Her wurde mir ein Blick auf die versprochenen „Kontakte“ gewährt. Es gibt nur wenige andere Momente in meinem Leben, in denen ich mir so veräppelt vorkam…

Es stellte sich heraus, dass diese Agentur überhaupt gar keine Kontakte besaß. Die Liste mit Kontakten war letztlich nicht mehr als eine (äußerst kurze) Aufzählung von Unternehmen, die zuvor schon mal einen Work-&-Travel-Teilnehmer beschäftigt hatten. Auf Anfrage konnte auch kein einziges dieser Unternehmen etwas mit dem Namen der Agentur anfangen.

Für mich war das eine schwierige Zeit, in der ich nur noch das Nötigste über die Agentur abwickelte und mich weitgehend von dieser distanzierte. Ich schrieb weiter Bewerbungen, hatte so manches Vorstellungsgespräch. Doch nach Hosteljob hier, Hosteljob dort sah ich letztlich keine andere Möglichkeit mehr, als 2 Monate vor Ablauf des Work & Travels nach Hause zurückzukehren. Das Bankkonto war (fast) leer, die Möglichkeiten erschöpft…

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Edinburgh Castle – 2008

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Kelvingrove Museum & Art Gallery in Glasgow – 2008

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Loch Ness – 2008

Eine wertvolle Lektion

Damals brach eine Welt für mich zusammen. Natürlich hatte es schöne Momente gegeben, doch monatelang plagte mich die Frage, was schief gelaufen war. Trotz gründlicher Vorbereitung hatte es für nicht mehr gereicht als für ein paar Jobs in Hostels.

Rückblickend betrachtet hatte meine Erfahrung in Schottland aber so manche lehrreiche Lektion für mich parat. Natürlich verbesserten sich meine Sprachkenntnisse. Ich wurde aber auch neugieriger und wissbegieriger und offener für Neues, ich wurde ausdauernder und machte trotz Rückschlägen weiter. Und ich legte nicht zuletzt den Grundstein für meinen Beruf, auch wenn mir das damals noch nicht in dem Ausmaß klar war…

Auf ein Neues! Dieses Mal ab nach England!

Nach meinem Studium zur Übersetzerin und Dolmetscherin und einem Jahr Selbständigkeit bot sich mir die Gelegenheit, ein weiteres Mal ins Ausland aufzubrechen. Ich wollte in der Uni-Stadt Preston meinen MA im Dolmetschen und Übersetzen machen.

Vermutlich hätte ich das gar nicht in Erwägung gezogen, hätte mir Schottland nicht gezeigt, dass ich im Ausland gut zurecht komme. (Heimweh ist mir zum Glück fremd!) Sicher, ich war auch 5 Jahre älter. Aber auch mit verschiedensten Abläufen war ich nun vertraut, sodass ich darauf setzen konnte, dass ich wusste, was ich tat. Nach der Schlappe in Schottland konnte ich mir so beweisen, dass ich es eben doch konnte: das Leben im Ausland.

Das Auslandsjahr (na ja, eigentlich 9 Monate) war in gewisser Weise eine Wiedergutmachung für so manches, das in Schottland schief gelaufen war. Ich lebte in einer internationalen WG, ich studierte nicht nur gemeinsam mit Leuten aus Deutschland, sondern auch aus England (Überraschung), Polen, arabischsprachigen Ländern und China. Das Studium (übrigens ein echt toller Kurs!) schloss ich erfolgreich ab und die Abschlussfeier inklusive Umhang und schickem Hut durfte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen.

Semester abroad #3: Nicole in Schottland / England - weihnachtsmarktManchester 1024x768

Weihnachtsmarkt in Manchester – 2013

 

Semester abroad #3: Nicole in Schottland / England - Preston 1024x768

Ostern im Park in Preston – 2014

Semester abroad #3: Nicole in Schottland / England - Liverpool 1024x768

Ausflug nach Liverpool – 2013/14

 

Preston ist zwar wohl eine der hässlichsten Städte der Welt, aber ich möchte die Zeit nicht missen, denn wenngleich ich in Schottland schon viel gelernt hatte, haben mich diese Monate sowohl in meiner Karriere wie auch im Privaten weit vorangebracht.

Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, der die Chance hat, einige Zeit im Ausland zu verbringen: Macht es! Traut euch! Es wird euer Leben auf jeden Fall bereichern, selbst dann, wenn es mal nicht danach aussieht.


Vielen Dank für’s Mitmachen, Nicole! Ich hab mich sehr gefreut, dass du deine Geschichte hier teilst und zu der Semester abroad Reihe beitragen möchtest! (:

Wenn ihr euch für mehr Beiträge zum Thema Auslandssemester / Auslandsaufenthalt interessiert, schaut doch einfach mal in der Kategorie Semester abroad vorbei!

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Alex
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Alex, 26, is a Dutch/German blogger living in Munich.

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