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Semester abroad #5: Wohnungssuche

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3. Februar 2016

Nach den beiden Erfahrungsberichten von Nicole und Carolin wird es wieder Zeit für einen Beitrag mit meinen Tipps: dieses Mal soll es um die Wohnungssuche gehen. Denn wenn man sich einmal für einen Ort entschieden hat, an dem man eine bestimmte Zeit verbringen möchte, ist das eines der nächsten Probleme, die es zu lösen gilt.

Wenn alles gut gegangen ist, hat man sich vorher ein wenig mit seinem Budget auseinandergesetzt und schon mal geschaut, ob man eine Wohnung oder ein Zimmer in der Stadt, in die man möchte, überhaupt finanzieren kann. Generell hilft es auch, wenn man weiß, was man selber möchte: für mich wäre es zum Beispiel ziemlich schwierig, wenn ich mir ein Zimmer mit jemandem teilen müsste, vor allem, weil man diese Person ja meist vorher gar nicht kennt. Ich weiß auch, dass ich in einer WG leben kann, dass ich mir aber auch kein Bad mit 12 Leuten teilen möchte – und das grenzt die Möglichkeiten teilweise schon ein.

Geteiltes Zimmer?

Von Mitbewohnern und Bekannten, die auch Auslandssemester gemacht haben oder einfach in anderen Ländern studieren weiß ich, dass es manchmal einfach nicht anders geht: aus finanziellen Gründen, oder weil das Angebot einfach so ist, wie es eben ist, muss man sich ein Zimmer mit jemandem teilen. Manchmal sogar ein Doppelbett (leider kein Scherz). Das ist mir bis jetzt zum Glück erspart geblieben, denn ich weiß, dass ich meinen Rückzugsort, also mein Zimmer brauche. Und dass ich ausrasten könnte, wenn ich dann nicht meine Ruhe habe. Ich bin mir sicher, dass man sich an alles gewöhnen kann, aber ich weiß auch, dass es meine Erfahrung ziemlich beeinflussen könnte, und ich vermutlich oft genervt bin. Mein Tipp also: versucht es zu umgehen, wenn es geht – es sei denn, ihr habt damit absolut kein Problem. Und wenn es nicht anders geht, Augen zu und durch!

WG-Zimmer oder alleine leben?

Je nachdem, was ihr im Ausland machen wollt, kann ein WG-Zimmer gut oder schlecht sein. Denn wenn ihr ganz alleine ins Ausland geht, dort niemanden kennt und in einer kleinen Firma ein Praktikum macht, ist es generell schwieriger, mit anderen Leuten in Kontakt zu kommen. Studenten bleiben meist unter sich, vor allem wenn man als Praktikant an feste Arbeitszeiten gebunden ist, kann es dann schon mal schwierig werden. In einer WG ist das aber anders – man hat Mitbewohner, mit denen man sich zwar nicht immer gut versteht, aber es ist immerhin schon mal jemand da.

Wenn man studiert oder ein Praktikum in einer Firma macht, in der es viele Praktikanten gibt, findet man auch so ziemlich schnell Anschluss. Bei meinem Praktikum habe ich mir manchmal gewünscht, alleine zu leben um abends einfach meine Ruhe zu haben, aber an sich war ich in meiner WG glücklich. In Herning stand das ganze irgendwie gar nicht zur Debatte, einfach weil ich das Zimmer über die Uni bekommen hatte und ich mich nur zwischen zwei oder drei Mitbewohnern entscheiden konnte (und im Endeffekt sogar noch etwas anderes bekommen hatte). Ich glaube, es kommt dabei vor allem auch darauf an, was man im Ausland macht: wenn man jeden Tag früh rauskommt um pünktlich auf der Arbeit zu sein, kann es ziemlich nerven, wenn die Mitbewohner jeden Abend Party machen.

Wie finde ich ein Zimmer / eine Wohnung?

Wenn man als Austauschstudent an eine Uni kommt, einfach mal vorher nachfragen: entweder es gibt irgendwelche Facebook Gruppen, die die Uni kennt, in denen Menschen, die ins Ausland gehen ihre Zimmer anbieten, oder es gibt sogar Kollaborationen mit Maklern. Auch bei Firmen, die regelmäßig Praktikanten haben ist die Möglichkeit groß, dass man Hilfe bekommen kann. Entweder einfach Kontakt mit dem Vorgänger aufnehmen (der im Idealfall dann aufhört, wenn man selbst anfängt, also vielleicht einen Nachmieter sucht) oder gezielt nach Websites fragen, auf denen es gute Angebote gibt.

Dabei ist es vor allem wichtig, darauf zu achten, dass man keine großen Beträge im Voraus überweist, ohne sich 100% sicher zu sein, dass es sich da um ein echtes Wohnungsangebot handelt – je nach Stadt kann man da ganz schön reingelegt werden. Bei Großstädten ist es auch immer eine gute Idee, sich zu informieren, in welchen Vierteln man gut leben kann und welche man eher vermeiden sollte – auch einfach bei Ansprechpersonen von Uni oder Firma oder anderen Studenten / Praktikanten. Ich habe in Brüssel zum Beispiel in Anderlecht gewohnt – an sich nicht besonders gefährlich oder so, aber ein bisschen weit weg vom Zentrum. Ich bin mir sicher, dass mir Brüssel um einiges besser gefallen hätte, wenn ich in einem anderen Viertel gewohnt hätte.

Die Wohnung vorher anschauen?

Wer sowieso zu einem Vorstellungsgespräch muss (kann innerhalb von Europa manchmal vorkommen), hat natürlich die Möglichkeit, alles gut zu planen und sich Wohnungen oder Zimmer anzuschauen. Das hat bei mir so gar nicht geklappt. Deswegen habe ich mich (nach Rücksprache mit anderen Praktikanten, die in der Wohnung gewohnt haben) so für ein Zimmer in einer WG entschieden.

Auch in Herning habe ich das so gemacht – ein Maklerbüro, das von der Uni empfohlen wird und bei dem viele Austauschstudenten ein Zimmer mieten ist durchaus vertrauenswürdig. Außerdem haben wir Bilder und Hausregeln vorab zugeschickt bekommen.

Jetzt für New York habe ich diese Möglichkeiten nicht, daher haben mein Freund und ich für die ersten zwei Wochen über Airbnb ein Zimmer gebucht. Von da aus können wir dann umziehen – und haben ein bisschen Zeit, uns Zimmer und Mini-Wohnungen anzuschauen und dann zu entscheiden, wo wir hinwollen. So einfach irgendetwas mieten ohne es gesehen zu haben kann dann nämlich ziemlich nach hinten losgehen, vor allem, wenn man wie wir möbliert mieten will. Zur Not kann man natürlich auch über Airbnb länger buchen, es gibt ja auch immer einen Monatspreis. Das ist aber meist teurer als irgendwas so zu mieten, deswegen ist das bei uns nur der Notfallplan.

Möblierte Wohnung heißt übrigens nicht immer, dass man alles hat, was man so braucht – oder dass in der Küche alles vorhanden ist. Im Zweifelsfall also lieber noch mal nachfragen, bevor man (am besten spät Abends) ankommt und plötzlich keine Bettdecke da ist. Bei uns in Herning war zwar alles da, was man wirklich braucht, aber ein 25 m2 Wohnzimmer mit einem kleinen Tisch und vier Stühlen in der Mitte hat uns nicht gereicht – also haben wir Flohmarktgruppen auf Facebook abgeklappert und uns noch ein Sofa gekauft. Solltet ihr so was machen, informiert euch auch beim Vermieter, ob ihr das am Ende stehen lassen dürft.

 

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2 Comments
  1. Antworten

    Anna

    11. Februar 2016

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich bin bisher leider aus zeitlichen Gründen nicht dazu gekommen, ein Auslandssemester zu machen (bietet sich bei meinem Studiengang auch nicht so an), aber grundsätzlich Interesse hätte ich schon dran. Vielen Dank für die vielen Infos!

    Herzlich,
    Anna

    • Antworten

      schokokamel

      14. Februar 2016

      Hi Anna,
      Es werden noch einige Posts mehr zu dem Thema online gehen – auch einige darüber, dass man im Ausland nicht nur studieren kann, sondern dass es auch einige Alternativen dazu gibt. Schau dir am besten Mal die Erfahrungsberichte von anderen Bloggern an – vielleicht ist ja etwas für dich dabei.
      Danke für deinen Kommentar!

      Liebe Grüße,
      Alex

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Alex
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Alex, 26, is a Dutch/German blogger living in Munich.

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