Travel Diary: Ein Wochenende in Zeeland | Niederlande

In der letzten Zeit ist mir hier zuhause in meiner Einzimmerwohnung ein wenig die Decke auf den Kopf gefallen – und irgendwann habe ich mir überlegt, dass ich dringend mal wieder raus muss. Nach einer kurzen Suche auf Airbnb habe ich ein kleines Holzhaus in Zeeland gebucht. Mitten in der Natur und vor allem mit wenig Ablenkung. Perfekt, um endlich mal wieder rauszukommen und zu entspannen! Heute nehme ich euch in meinem Travel Diary mit.

Ein Wochenende in Zeeland

Ich liebe Zeeland vor allem, weil es so viel ruhiger ist als die Umgebung von Den Haag. Obwohl beides direkt an der niederländischen Küste liegt, könnte der Unterschied kaum größer sein. Den Haag ist nicht unbedingt die allergrößte Großstadt, aber trotzdem ist hier irgendwie immer etwas los und ich habe oft das Gefühl, mitten in der Stadt nicht so ganz zur Ruhe zu kommen. Und auch am Strand ist es oft voll. In Zeeland ist es anders, denn obwohl momentan auch schon einige Touristen unterwegs sind, ist es vor allem in dieser Jahreszeit noch sehr ruhig. Perfekt also für ein Wochenende!

Ich starte das Wochenende bereits am Freitag und breche früh auf. Mit dem Auto dauert die Fahrt nicht super lange (mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es in Zeeland leider ein bisschen schwierig), und da ich erst nachmittags bei meiner Unterkunft einchecken kann, habe ich noch einen kleinen Abstecher eingeplant: Ich mache eine Alpaka-Wanderung, die ich auch über Airbnb gefunden und gebucht habe. Die Wanderung wird von einer Dame in Zeeuws-Vlaanderen angeboten, die mit zwei Alpakas, zwei Pferden und mehreren Angora-Ziegen auf einem kleinen Bauernhof direkt hinterm Deich wohnt. Denn obwohl ich den Alpaka-Hype der letzten Jahre nicht so ganz verstehen kann, bin ich sehr gespannt auf die Tiere. Das Alpaka, dass ich für die Wanderung bekomme, ist leider nicht ganz so motiviert und vor allem am Gras am Wegesrand interessiert. Eine richtige Wanderung wird es entsprechend nicht – eher ein paar hundert auf dem Deich entlang zu spazieren. Aber es ist auf jeden Fall sehr entspannend und irgendwie witzig! Und ja, fotogen sind Alpakas auf jeden Fall.

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Von dem kleinen Bauernhof aus fahre ich wieder durch den Zeeland-Tunnel Richtung Airbnb, das etwa eine halbe Stunde von Middelburg entfernt liegt. Nach einem kurzen Zwischenstopp beim Supermarkt bin ich für den Abend versorgt und verbringe ihn mit den mitgebrachten Büchern in der kleinen Koje vom Airbnb.

Middelburg

Am nächsten Tag lasse ich es ruhig angehen, bevor ich ins Auto steige und nach Middelburg fahre. Die Stadt stand schon länger auf der Liste mit niederländischen Städten, die ich mir mal anschauen will. Und obwohl so gut wie alles geschlossen ist, habe ich richtig Lust, die Stadt zu erkunden. Ich parke in der Nähe des Bahnhofs und laufe von dort aus in die Stadt. Nach einem Zwischenstopp bei einem Café, bei dem ich nicht nur einen Kaffee to go, sondern auch einen Kuchen to go bestelle, geht es weiter in die Innenstadt. Ich laufe einfach durch die Straßen, ohne wirklich einen Plan zu haben – ich habe mich vorher nicht wirklich informiert, was man genau in Middelburg machen kann. Aber das ist auch gar nicht notwendig, denn die Innenstadt hat mit den vielen alten Gebäuden auf jeden Fall genug zu bieten. Schade nur, dass Museen und Geschäfte nicht offen haben, denn ich hätte mich gerne in dem ein oder anderen Laden umgeschaut. Trotzdem liebe ich die Stadt – sie erinnert mich sehr an Aalborg, wo ich während meines Roadtrips durch Dänemark vor ein paar Jahren war.

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Nach ein paar Stunden durch die Stadt laufen bekomme ich langsam wieder Hunger. Auf dem Rückweg zum Auto hole ich mir bei einer Bäckerei Zeeuwse Bolussen, eine Art Zimtschnecke, die typisch für die Region ist. Und auf jeden Fall sehr empfehlenswert! Da es noch nicht so spät ist, beschließe ich, noch an den Strand zu fahren. Die Wahl fällt auf Westcapelle, etwa eine halbe Stunde fahren von Middelburg aus.

In Westcapelle gehe ich ein Stück auf dem Deich spazieren, bis zu dem kleinen Leuchtturm. Leider ist die Küste hier nicht so schön wie ich sie mir vorgestellt hatte – statt Sandstrand gibt es hier vor allem sehr viel Asphalt. Aber statt mich davon demotivieren zu lassen, beschließe ich, ein Stück zurück zu laufen und dort auf dem Deich auf einer Bank noch eine Weile zu lesen. Denn zum Glück ist es warm genug dafür, und ich kann mit Blick auf das Meer noch ein bisschen entspannen, bevor ich wieder zu meinem kleinen Holzhaus zurück fahre.

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Am nächsten Tag ist das Wetter deutlich schlechter als an den letzten beiden Tagen. Statt blauem Himmel und Sonne ist es ziemlich grau. Eigentlich wollte ich noch nach Vlissingen bevor ich wieder nach hause fahre, aber irgendwie habe ich darauf keine Lust mehr. Stattdessen verbringe ich den Morgen im Bett und lese mein Buch aus – es ist ewig her, dass ich an einem Wochenende so viel gelesen habe, und ich merke jetzt erst, wie sehr mir das gefehlt hat. Einfach mal wieder abschalten und vor allem nicht ständig auf mein Handy schauen. Und genau dafür war das Wochenende in Zeeland auf jeden Fall perfekt!

 

 

Alex

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