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Semester abroad #2: Finanzierung eines Auslandssemesters

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13. Januar 2016

Die Frage nach der Finanzierung habe ich ja in meinem ersten Post zu dieser Reihe bereits angesprochen. Natürlich ist das nicht das interessanteste Thema, aber leider wird die Finanzierung bei der Planung oft vergessen oder viel zu spät erst bedacht.

Wenn man sich ausmalt, wo und wie lange man gerne leben würde und was man dort alles machen will, sollte man einen Punkt auf jeden Fall bedenken: kann ich das Ganze überhaupt finanzieren? Es gibt nämlich viele Kostenpunkte, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind und die gerne vergessen werden, und dann im Endeffekt zum Problem werden können. Eventuell hat man zwar Rücklagen, auf die man zurückgreifen kann, oder die Eltern können einem zumindest einen Teil des Auslandsaufenthalts finanzieren, trotzdem sollte man sich Gedanken machen, wie viel Budget man monatlich hat, und vor allem, ob das genug ist.

Wohnung

Als erstes braucht man, egal wo man hingeht, eine Unterkunft. Wie man ein Zimmer oder ähnliches finden kann, ist unterschiedlich, aber man sollte sich auf jeden Fall informieren, wie viel das monatlich kostet. Viele Partnerunis haben Möglichkeiten, Austauschstudenten unterzubringen oder helfen zumindest, etwas zu finden, bei Aupairs ist diese Frage überflüssig. Dass Mietpreise in anderen Ländern anders sein können als man es von zuhause gewohnt ist, sollte eigentlich auch niemanden überraschen: in Herning zahle ich für mein Zimmer deutlich mehr als ich in Enschede gezahlt, habe und das obwohl Herning viel kleiner ist. Also: informiere dich zuerst, wie hoch die Miete für ein Zimmer etwa ist.

Lebensmittel und so weiter

In Deutschland sind Lebensmittel und so weiter relativ günstig, kann ich aus Erfahrung sagen. Manchmal sind die Unterschiede ziemlich klein, und auf den ersten Blick denkt man, dass man etwa genau so viel Geld einplanen kann. Wenn man dann aber bei jedem Einkauf ein bisschen mehr bezahlt, als zuhause, dann macht das auf lange Sicht eben doch einen Unterschied. Wer bis jetzt bei seinen Eltern gelebt hat, sollte sich generell überlegen und eventuell recherchieren, wie viel man in dem Land, in das man gehen möchte, monatlich für Lebensmittel rechnen muss. Auch wichtig: nicht in allen Ländern oder Städten kann man Wasser aus der Leitung trinken.

Hobbys & Freizeit

Sportvereine, Fitnessstudio, Bibliothek und so weiter kosten Geld. Vielleicht nicht viel, aber man sollte es trotzdem einplanen, wenn man unbedingt etwas machen will. Aber auch Fahrkarten um irgendwo hin zu kommen kosten natürlich Geld, wenn man ein Auto dabei hat, muss man regelmäßig tanken. Wenn man sich vorher überlegt, wie viel Geld man im Monat für solche Ausgaben zur Verfügung hat, lässt sich auch einigermaßen planen, wie viel man reisen kann und will. Und man kann auch mal spontan mit Essen gehen, wenn man weiß, dass man am Ende dann trotzdem noch genug für die Miete hat.

Außerdem braucht man eventuell eine zweite Simkarte, je nachdem in welches Land man geht und wie es gerade am besten auskommt. Ich weiß, dass ich meinen Handyvertrag leider nicht pausieren kann, für mich ein Grund, zu kündigen und mir einen neuen Anbieter zu suchen – allerdings hat man so unter Umständen für die Zeit im Ausland doppelte Kosten.

Unerwartete Ausgaben

In manchen Ländern muss man erstmal bezahlen, wenn man zum Arzt muss, in anderen kosten Medikamente mehr, und man kann eben nicht immer vorher wissen, ob man so etwas braucht oder nicht. Auch für den Fall dass das Smartphone oder der Computer kaputt geht oder geklaut wird, sollte man kleine Rücklagen haben, in denen man in solchen Fällen zurückgreifen kann.

Extra Kosten an der Uni?

Wenn man über eine Partneruni ins Ausland geht, muss man normalerweise keine extra Studiengebühren bezahlen (das hängt aber auch von der eigenen Uni ab!). Wenn man den Austausch selbst organisiert, kann es sein, dass man doppelte Studiengebühren bezahlen muss – auch, wenn ma in vielen Fällen im Nachhinein einen Teil des Geldes zurück bekommt, erstmal ist es weg.

Hinkommen

Natürlich muss man auch irgendwie ins Ausland kommen. Fliegen, mit dem Auto, mit dem Fernbus, mit dem Zug? Es gibt viele Möglichkeiten, gratis ist aber keine davon. Das Ticket in die Stadt, in der man die nächste Zeit verbringen will, sollte man darum auf keinen Fall bei der Planung vergessen.

Versicherung

Auslandskrankenversicherungen sind sicher nicht der Punkt, an dem man sparen sollte – ausreichend versichert zu sein ist wichtig, damit man im Ernstfall gut versorgt wird. In Ländern, für die man ein Visum braucht, ist das sogar zwingend erforderlich, also auf jeden Fall auch ein Punkt, den man bedenken sollte – genau wie die anderen Kosten des Visums.

Im Ausland Geld verdienen

Manche Praktika sind bezahlt, als Aupair verdient man ebenfalls Geld…aber darauf sollte man nicht von Anfang an rechnen. Ich habe mich in den USA nur auf bezahlte Praktika beworben, weil ich wusste, dass es sonst ziemlich schwierig wird, das Ganze zu finanzieren. Ich habe mir auch in Dänemark einen Nebenjob gesucht, aber bevor ich nach Herning gezogen bin, habe ich damit gerechnet, dass ich gar keine Zeit dazu haben werde. Glücklicherweise ist es dann zwar anders gelaufen, aber man sollte nicht von Anfang an davon ausgehen). Genau so ist es übrigens mit Erasmus und anderen Stipendien: im Endeffekt bekommt man meist weniger, als man eigentlich kriegen könnte.

Generell ist es mir auch immer wichtig, Rücklagen zu haben um im Notfall nach hause fliegen zu können – man weiß eben nie, was so passiert. Man kann das Auslandssemester auch weniger vorbereitet antreten und alles nehmen, wie es kommt – aber wenn man nicht dauernd andere Menschen anpumpen will, kann ich nur empfehlen, sich vorher zu überlegen, was man sich leisten kann und was eben nicht.


 

 

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Alex
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Alex, 26, is a Dutch/German blogger living in Munich.

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